2010 - Münster


2010 - Münster

Westfälischer Friede – Wasserschlösser – Wildpferde
Reise des Heimatvereins nach Münster vom 08. bis 12. Sept. 2010

1. Tag:
Um 6.30 Uhr verlässt unser Bus den Hof Mietrach. Am ZOB in Bad Segeberg und in Sievershütten steigen noch einige Fahrgäste ein. Danach kann Klaus Stegemann alle 46 Teilnehmer der Reise begrüßen. Unterwegs gibt es ein schönes Frühstücksbuffet. So kommen wir gut gestärkt in Osnabrück an. Wir haben drei Stunden Zeit, uns einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Zuerst lockt der spätromanische Dom, dann folgt die Marienkirche, eine gotische, heute evangelische Hallenkirche.


Foto: Rathaus Osnabrück

Das Rathaus mit dem Friedenssaal, wo 1648 der Westfälische Friede verkündet wurde, ist natürlich unser wichtigstes Ziel und eine gute Einstimmung auf Münster. Es reicht noch zu einem kleinen Spaziergang zu den Resten der ehemaligen Stadtmauer, dann ist die Zeit vorbei. Pünktlich geht es auf die letzten 50 km nach Münster. Vor dem Abendessen haben wir noch ausreichend Zeit, uns zu erholen und die Zimmer im Hotel zu beziehen.

2. Tag:
Für den Aufenthalt in Münster haben wir einen sehr kompetenten Stadtführer, der unsere Unternehmungen begleitet. Zuerst lernen wir auf einem kurzen Altstadt-Rundgang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen, wie Prinzipalmarkt, Rathaus, Lambertkirche und Dom von außen, dann folgt eine Stadtrundfahrt um die Altstadt herum. Wir erfahren viel Interessantes über Bauten, Einrichtungen und Persönlichkeiten, die in Münster gelebt und gewirkt haben. Am Nachmittag können wir privat die Eindrücke vertiefen und einige Gebäude von innen ansehen. Im Dom, in der Lambertkirche und im Friedenssaal des Rathauses trifft man viele Teilnehmer wieder. Im Friedenssaal gibt es sogar eine akustische Führung, die uns mit der 2. Stadt des Westfälischen Friedens bekannt macht.

3. Tag:
Der heutige Tag ist den Wasserburgen gewidmet. Das Münsterland ist bekannt für seine über 100 Wasserschlösser. Wir haben drei sehr schöne Beispiele ausgewählt.


Foto: Burg Vischering

Wir fahren zuerst nach Lüdinghausen zur Burg Vischering, die wohl meistfotografierte Burg des Landes. An ihr kann man das mittelalterliche System der Wall- und Grabenanlagen sehr gut erkennen. Die Hauptburg ist mit der Vorburg-Insel durch einen Holzsteg verbunden. Wir umrunden die Burg auf einem Ringwall, der früher noch von einem breiten Graben umgeben war.








Foto: Schloss Nordkirchen

Nach einer Stärkung im gemütlichen Cafe´ Indigo bringt uns der Bus zum Schloss Nordkirchen, eine offene dreiflügelige Anlage aus der Barockzeit, an der der berühmte westfälische Baumeister Johann Conrad Schlaun mitgewirkt hat. Während Vischering noch eine Wehrburg war, diente Nordkirchen der Repräsentation. Die Anlage wurde als drittes Schloss (nach Ahaus und Sassenberg) für den Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg gebaut. Er selbst hat die Vollendung nicht mehr erlebt. Modell für den Bau war das Schloss Versailles in Frankreich, und so nennt man Nordkirchen auch „Klein -Versailles“ oder das „westfälische Versailles“. Es macht einen prächtigen Eindruck, sowohl von außen als auch von innen. Der Blick von oben auf den Barockgarten ist einmalig. Die ganze Anlage ist heute im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.


Foto: Schloss Westerwinkel

Von hier geht es weiter zum Schloss Westerwinkel, das zeitlich zwischen die anderen einzuordnen ist. Es ist eine geschlossene, vierflügelige Anlage, die von außen sehr wuchtig wirkt. Das Schloss ist im Besitz der Familie der Grafen von Merveldt und wird gelegentlich privat für Jagdgesellschaften genutzt. Die Inneneinrichtung ist sehr gemütlich. Nach Besichtigung dieser drei Schlösser sind alle ziemlich geschafft und dankbar für einen Kaffee am Bus.

4. Tag:
Gestern haben wir den Regenschirm schon nicht mehr gebraucht, heute scheint endlich die Sonne. Am Vormittag wollen wir uns mit Annette von Droste-Hülshoff beschäftigen und fahren zuerst zum Wasserschloss Hülshoff, wo sie am 10. Jan. 1797 geboren wurde und fast 30 Jahre ihres Lebens verbracht hat.


Foto: Schloss Hülshoff

Das zweiflügelige Herrenhaus von 1545 steht mitten im Wasser, umgeben von einem sehr gepflegten Park. Das Innere ist heute Museum, in dem man den Lebensstil von Annette und ihrer Familie nachempfinden kann. Nach dem Tod ihres Vaters übernahm ihr Bruder das Haus. Annette zog mit Mutter und Schwester nach Haus Rüschhaus, unser nächstes Ziel.










Foto: Haus Rüschhaus
Das Haus hat J.C. Schlaun 1745/48 für sich und seine Familie erbaut. Als Wohnsitz der Dichterin ist es berühmt geworden. Von vorn wirkt es wie ein westfälisches Bauernhaus (mit Platz für den Misthaufen), auf der Rückseite wie ein kleines Schloss mit Barockgarten. Im Erdgeschoss sind Küche, Stallungen, Wohnräume für Knechte und Mägde, im Obergeschoss gibt es einen Wohnraum mit verstecktem Wandaltar sowie Annettes Schlaf- und Arbeitszimmer. Von hier fahren wir nach Dülmen zur sog. Wildpferdebahn. Auf dem knapp vier Quadratkilometer großen Gelände des Merfelder Bruches leben 380 Wildpferde, und zwar Stuten mit Fohlen. Die Hengste werden im Mai herausgefangen und verkauft. Man findet hier uralte Pferderassen, wie Tarpan, Konik und das Przewalski-Pferd, die z.T. aus Rückzüchtungen stammen. Es ist dank des sonnigen Wetters sehr schön, die Herde zu beobachten, bis wir die Rückfahrt nach Münster antreten.

5. Tag:
Herr Baale, unser Fahrer, hat am Bus das Schild „nach Hause“ angebracht. Wir fahren über die deutsche Fachwerkstraße und später die Märchenstraße bis nach Verden an der Aller.


Foto: Dom in Verden
Hier machen wir eine längere Pause, die für Dombesichtigung, Altstadt-Rundgang und Mittagessen reicht. Dann geht es zügig in Richtung Autobahn; um 17.30 Uhr sind wir wieder in Bad Segeberg. Eine schöne Reise ist zu Ende.









Unsere Reisegruppe
Text: Elfriede Thierbach, Quellen der Fotos: Objektfotos aus www.wikipedia.org, Gruppenfoto von Hans Rahlf