2011: Unter Reetdächern, in alten Straßen, in frischer Park- und Gartenlandschaft


2011: Unter Reetdächern, in alten Straßen, in frischer Park- und Gartenlandschaft

Am 28. Mai 2011 begannen wir unsere diesjährigen Ausfahrten. Die erste Tagestour führte uns über die Elbe hinaus in die Harburger Berge und dort in das Freilichtmuseum Kiekeberg. In den Vormittagsstunden spazierten wir durch das mit zahlreichen reetgedeckten Bauernhäusern, da-zugehörenden Nebengebäuden, Tagelöhnerkaten und Werkstätten besetzte sowie mit land-wirtschaftlichen Flächen und Gärten durchzogene Museumsdorf. Bauen und Wohnen, Landwirtschaft und Landtechnik, Handwerk und Gewerbe, Nahrung und Genussmittel, Spielen und Spielzeug sind die Schwerpunkte der Museumsarbeit. Das alles zeigt sich deutlich in den alten Gebäuden mit interessanten Ausstattungen und im Freiland. Manch einem fiel dabei auch eine Nissenhütte, eine aus Wellblech tunnelartig geformte und nur mit einem “Kanonenofen“ bestückte Notunterkunft aus der II. Weltkriegs- und Nachkriegszeit auf. Diese dünnwandigen, primitiven Unterkünfte dienten damals Ausgebombten und Vertriebenen eine Zeit lang als Wohnungen; heutzutage kaum noch vorstellbar. Man braucht schon seine Zeit zur Erkundung der Siedlung, wenn sie in ihrer Ausdehnung im Vergleich mit dem Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel auch enger begrenzt ist. Unseren eindrucksvollen morgendlichen Aufenthalt beendeten wir mit einem reichlichen und handfesten Mittagessen, einer „Bratkartoffel-Tafel“ im Museumsgasthof “Stoof Mudders Kroog“.


Pringen Hof mit historischem Bauerngarten


Nach anschließender knapp einstündiger Busfahrt erreichten wir gegen 14.15 Uhr das Nachmittagsziel, die alte Salz- und Hansestadt Lüneburg. Auf einem Rundgang wurden wir über alte Straßen durch das schöne Altstadtzentrum mit seinen ehrwürdigen Bürgerhäusern, teils im Fachwerkstil mit kunstvollen Giebeln und in rotem Backstein gehalten, geführt und gelangten dabei zu dem die Stadt durchfließenden Fluss Ilmenau sowie zu dem kleinen Hafenbecken mit dem Kranhaus. In vergangenen Zeiten fand hier das Be- und Entladen der Flussschiffe mit Handelswaren, vor allem mit dem in der Stadt gewonnenen Salz statt. Im Stadtbild ist insbesondere das in der langen Vergangenheit immer wieder erweiterte und insofern nun verwinkelt und verschachtelt wirkende barocke Rathaus bewundernswert, dessen hübsche Fassade im Foto festgehalten ist.


Rathaus Lüneburg

Lüneburg ist mit rd. 62.000 Einwohnern eine lebendige Geschäfts- und Handelsstadt. Die Stadt ist Hauptstadt des Regierungsbezirks Lüneburg, die auch der umliegenden Heide-Landschaft ihren Namen gab. Sie ist Sitz zahlreicher Behörden und Gerichtsinstanzen sowie Universitätsstandort. In der Stadt wurde sehr lange Zeit reichlich Salz abgebaut, wobei es zu Unterhöhlungen des Gebiets kam; diese sind noch heute als Absenkungen in alten Straßen erkennbar. Übrigens gibt es in Lüneburg - wie in unserer Kreisstadt Bad Segeberg - einen Kalkberg. Die folgenden individuellen Spaziergänge wurden noch zum gemütlichen Kaffeeschmaus genutzt. Wir trafen - durch den schönen Sachsenwald gefahren - nach einem erlebnisreichen Tag in den Abendstunden wieder in Bad Segeberg ein.

Klaus Stegemann