2012: Reise nach Coburg und Bamberg

2012: Reise nach Coburg und Bamberg

vom 1.9. bis 5.9.2012

1. Tag:
Um 7.30 Uhr startet unser Bus der Firma Mietrach mit 39 Teilnehmern. Zuerst fahren wir bekannte Strecken, nämlich die A7 durch den Elbtunnel bis Hersfeld, dann die A4 in Richtung Erfurt. In der Höhe von Gotha beginnt für die meisten Mitfahrer Neuland. Wir fahren die ziemlich neuen Autobahnen 71 und 73 und passieren dabei etliche Tunnel, der Rennsteigtunnel ist mit knapp 8 km der längste. Die sanft hügelige Gegend ist wunderschön. Um 16.30 Uhr erreichen wir unser Hotel in Coburg bei herrlichem Wetter. Es liegt mitten in der Altstadt und ist ziemlich verwinkelt, aber mit der Küche und der freundlichen Bedienung sind wir sehr zufrieden.

2. Tag:
9.30 Uhr erwarten uns zwei örtliche Reiseleiter, die uns in zwei Gruppen sehr kompetent in die Bauwerke und die Geschichte der Stadt einführen. Coburger Prinzen und Prinzessinnen heirateten in fast alle europäischen Königs- und Fürstenhäuser. Sogar Glücksburg war dabei. Besonders bekannt ist natürlich der Prinz Albert  von Sachsen-Coburg. Gotha, der Gemahl der englischen Königin Viktoria. Im Schloss Ehrenburg – erbaut vom Architekten Karl Friedrich Schinkel – konnten wir das Schlafzimmer der Königin Viktoria und viele schöne Gemälde bewundern. Die Hauptkirche St. Moriz, im 14. Bis 16. Jh entstanden, ist dem Stadtpatron St Maurizius gewidmet, dessen schwarzer Kopf auch das Wappen von Coburg bildet. Es ist auch auf den Gullideckeln in der Stadt abgebildet.



Hauptkirche St. Moritz in Coburg

Nach einer individuellen Mittagspause fahren wir mit dem Bus hinauf zur Veste Coburg, die weithin sichtbar über der Stadt thront. Sie wird auch „Krone Frankens“ genannt und ist eine der größten Burgen Deutschlands. Während des Augsburger Reichstages fand Martin Luther hier Zuflucht. Auch Wallenstein ist es nicht gelungen, die Veste einzunehmen. Wir konnten die Wohnräume der herzoglichen Familie besichtigen, das Lutherzimmer und die Lutherkapelle, aber auch Gemälde-, Glas- und Waffensammlungen und im Untergeschoss Schlitten und herrliche Kutschen, mit denen Königin Viktoria gereist ist. Von der Veste konnte man einen wunderschönen Rundblick genießen. Abends werden die hübschen Häuser am Marktplatz, wie Rathaus und Stadthaus angestrahlt. Die Stadt ist gut bei Kasse, es gibt keine Arbeitslosen.

3. Tag:
8.30 Uhr fahren wir nach Bamberg. Unser Reiseleiter führt uns an der Regnitz entlang mit Blick auf die alten Fischerhäuser von „Klein Venedig“ in die Altstadt. Nach einem kurzen Blick in den Rosengarten haben wir die erste Innenführung, nämlich in der Neuen Residenz am Domplatz. Es ist das Hauptwerk von Leonhard Dientzenhofer. Hier residierten sehr prunkvoll die Fürstbischöfe von Bamberg. Es gibt sogar einen Kaisersaal, da man immer mit dem Besuch des Kaisers rechnen musste, der leider nie erschien.



Alte Fischerhäuser „Klein Venedig“ an der Regnitz

Nach dieser Führung gehen wir in den Bamberger Dom, ein spätromanisch – frühgotischer Bau. Bamberg feiert in diesem Jahr 1000 Jahre Bamberger Kaiserdom. Das bezieht sich auf die Domweihe  im Jahr 1012. Als erstes sehen wir den berühmten Bamberger Reiter, eine lebensgroße, aber verblüffend klein wirkende Figur.  Im Dom befindet sich das einzige Papstgrab in Deutschland, das von Clemens II., der vor seiner Wahl zum Papst 1046 Fürstbischof von Bamberg war. Nach der Führung genießen wir die Mittagspause und treffen uns erst wieder an der Anlegestelle des Schiffes, mit dem wir eine erholsame Fahrt auf der Regnitz und dem Donau – Main – Kanal unternehmen.

4. Tag:
Es ist immer noch Kaiserwetter. Um 9.00 Uhr beginnt unsere große Rundfahrt durch die Fränkische Schweiz. Erster Halt ist an der berühmten Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. Sie gilt als Glanzpunkt des fränkischen Barock und wurde 1743 – 1772 von Balthasar Neumann erbaut. Ihr Name stammt von den vierzehn Nothelfern, die dem Schäfer von Kloster Langheim im Jahre 1445 an dieser Stelle erschienen sein sollen.



Der Gnadenaltar in der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen

In Sichtweite thront am anderen Mainufer das ehemalige Benediktinerkloster Banz, ebenfalls ein prächtiger Barockbau. Wir fahren weiter durch enge romantische Täler zum Dorf Sanspareil und spazieren durch herrlichen Buchenwald zu einem romantischen Felsengarten, der nach den Vorstellungen von Markgräfin Wilhelmine, der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, gestaltet worden ist. Statt Hecken, Blumenrabatten und Wasserspielen gibt es eine Grottenanlage, ein kleines Felsentheater und einen morgenländischen Bau. Oberhalb des Tales steht die Burg Zwernitz, von 1338 bis 1810 im Besitz der Hohenzollern. Zuletzt besuchen wir im Tal der Wiesent den Ferienort Gößwein – Behringermühle. Über dem Tal erhebt sich eine malerische weiße Burg, aber Hauptanziehungspunkt ist die Wallfahrtsbasilika, die auch von Balthasar Neumann erbaut wurde. Jährlich finden über 150 Wallfahrten zu dieser Basilika statt.



Wallfahrtsbasilika in Gössweinstein

Auf der Rückfahrt nach Coburg können wir noch einmal die sanften Hügel und Täler genießen. Von der fränkischen Schweiz sind alle Teilnehmer begeistert.

5. Tag:
Um 9.00 Uhr treten wir die Heimreise an. Sie verläuft ohne Probleme. Ein kleiner Schauer stimmt uns wieder auf den Norden ein, aber zur Mittagsrast scheint wieder die Sonne. Kurz vor 18.00 Uhr sind wir in Bad Segeberg. Eine schöne Reise ist zu Ende.

Text und Fotos: Elfriede Thierbach