2013: Reise nach Marburg an der Lahn



Am Samstag 30.08. erreichten wir kurz nach 14 Uhr mit 37 Reisenden unser Hotel in der Altstadt von Marburg. Den Nachmittag nutzten die meisten Teilnehmer für erste Erkundungen.

Am Sonntag 01.09. beginnt nach dem sehr guten Frühstück die Stadtführung in zwei Gruppen. Mit zwei Aufzügen  gelangten wir in die Oberstadt und bestaunten die vielen schönen Fachwerkhäuser aus verschiedenen Epochen. In Marburg wurde 1527 die erste protestantische Hochschule gegründet, zu deren berühmtesten Studenten die Gebrüder Grimm gehörten. Ihnen zu Ehren hat die Stadt an vielen Stellen Figuren aus ihren Märchen angebracht. Am gotischen Rathaus von 1525 schlägt zu jeder vollen Stunde ein Hahn mit den Flügeln, begleitet vom krächzenden Ton einer automatischen Trompete. Nach Beendigung des Gottesdienstes zur goldenen Konfirmation konnten wir die Elisabethkirche besichtigen, die als die älteste rein gotische Kirche Deutschlands gilt. Sie wurde in den Jahren 1235 bis 1283 nach der Heiligsprechung von Elisabeth von Thüringen gebaut, um ihre Gebeine als Reliquien in einem goldenen Schrein aufzunehmen. Lange Zeit war Marburg Wallfahrtsort. Heute ist die Kirche evangelisch.


Reliquienschrein der Heiligen Elisabeth von Thüringen im Marburger Dom

Am Nachmittag erklimmen wir das hoch über der Altstadt liegende Schloss. Es war in der Zeit vom 13. bis 17. Jahrhundert aus einer Burg zur Residenz der Landgrafen von Hessen, den Nachkommen der heiligen Elisabeth, umgebaut worden. Heute ist es ein Universitäts-Museum.


Hier fand 1529 das berühmte Religionsgespräch zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli statt, das in der Frage des Abendmahls zu keiner Einigung führte. Auf dem Gemälde im Museum konnte man auch Melanchthon und Bucer erkennen.

Am Montag 02.09. fuhren wir in die Oranierstadt Dillenburg. Die Stadt war über mehrere Jahrhunderte Residenzstadt der Fürsten von Nassau-Oranienburg. Unsere beiden Stadtführer waren in üppigen Gewändern eines Bedienstetenpaares des Fürsten von Nassau-Oranienburg gekleidet. Das ehemalige Residenzschloss hoch über Dillenburg wurde im 7-jährigen Krieg in Brand geschossen und nie wieder aufgebaut. Erhalten geblieben ist das nie eingenommene unterirdische Verteidigungssystem mit Wehrgängen und Kasematten. Anstelle des Schlosses baute man zur Erinnerung an Wilhelm I. von Oranien den sog. Wilhelmsturm.


Wilhelmsturm in Dillenburg.

Die Mittagspause war nur kurz, dann fuhren wir zum Hessischen Landesgestüt von Dillenburg. Wir wurden von einer netten jungen Dame, Azubine im 3. Lehrjahr, herumgeführt. Es gab viel zu sehen, einschließlich der Kutschen, die schon für die bevorstehende Hengstparade auf Hochglanz gebracht waren. Der Besuch endete mit einer Kaffeetafel unter Bäumen im Park.

Am Dienstag 03.09. war unser Ziel Limburg an der Lahn. Die Stadt wird täglich von sehr vielen Touristen besucht. Zusammen mit den in Limburg arbeitenden Auswärtigen kommen täglich 70.000 Menschen in die Stadt, die 40 Stadtführer beschäftigt. Unser Rundgang mit zwei Stadtführerinnen ging auch hier bergauf und bergab, vorbei an wunderschönen Häusern. Er endete an der Lahn, wo ein Fahrgastschiff uns für eine Fahrt auf der Lahn aufnahm. Bei dieser Fahrt konnten wir uns an der schönen Landschaft erfreuen, uns erholen und Kraft sammeln für den Aufstieg zum Dom, der uns schon von Weiten hoch über der Lahn begrüßt hatte. Bei der Führung erfuhren wir, dass er im 13. Jahrhundert erbaut wurde und als eine der vollendetsten Schöpfungen der Spätromanik in Deutschland gilt. Er war von außen und innen beeindruckend.


Limburger Dom

Anschließend fuhren wir nach Niederselters im Taunus zum Selterswassermuseum. Keiner der Teilnehmer hatte je von diesem Ort gehört. Bei einer Führung durch den ehemaligen langjährigen Bürgermeister erfuhren wir in einem interessanten Vortrag sehr viel über die Geschichte eines Mineralwassers, das erstmals im Jahre 1581 beschrieben wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert war es marktführend und wurde in ganz Europa und sogar in Amerika und Asien getrunken. Heute gibt es nur noch für die Einwohner einen sog. Haustrunk, den wir auch probieren durften. Den letzten Abend verbrachten wir - wie immer - bei plattdeutschen und anderen Liedern und kleinen vorgetragenen Geschichten. Den Abschluss bildete das Schleswig-Holstein-Lied.

Am Mittwoch 04.09. treten wir um 9 Uhr die Heimreise an. Unterwegs machten wir ausführliche Rast in Bad Wildungen. Dabei hatten wir Gelegenheit, noch ein hübsches Fachwerkstädtchen kennenzulernen, danach ging es zügig nach Hause.

Text und Fotos:
Elfriede Thierbach