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Reise des Heimatvereins nach Dessau-Rosslau

Reise des Heimatvereins nach Dessau – Rosslau in Sachsen-Anhalt
vom 10.09. – 14.09.2017

Unsere diesjährige 5-tägige Reise begann am Sonntag um 08.00 Uhr bei Firma mit-reisen. Am ZOB nahmen wir noch einige Mitreisende auf, dann sind wir mit 37 Teilnehmern komplett. Das erste Highlight war ein schönes Frühstücksbuffet im Mercure Hotel Schloss Neustadt-Glewe. Weil heute der Tag des offenen Denkmals war, konnten wir auch die gegenüberliegende Burg noch von innen besichtigen. Dann ging es weiter mit einigen Staus auf der Autobahn und mit Umwegen zu unserem Hotel, wo wir um 17.00 Uhr eintrafen.

 

Unser Hotel in Dessau

Nach dem gemeinsamen Abendessen verbrachten wir den Abend mit einem Spaziergang in Dessau oder auch in netter Runde bei einem Getränk.

Am Montag begann unsere 2-stündige Rundfahrt durch Dessau. Die Reiseleiterin, Frau John, dirigierte unseren Bus geschickt durch die engen Gassen der Stadt und informierte sachkundig über die Geschichte der drittgrößten Stadt in Sachsen –Anhalt sowie auch der neuzeitlichen Entwicklungen. Auch das Bundesumweltamt - welches nach der Wende in Dessau eingerichtet worden ist - am Wörlitzer Bahnhof wurde nicht ausgelassen.

Nach der Mittagspause ging es dann zur Führung in das Bauhaus. Aufgeteilt in 2 Gruppen wurden wir durch das Gebäude und die in der unmittelbaren Nähe liegenden Meisterhäuser geführt. Dabei wurden uns die Einstellung und Denkweise des Architekten Walter Gropius anhand der Bauwerke sehr anschaulich nähergebracht. Eine beeindruckende Geschichte….

Bilder des wiederaufgebauten Originals

Ein Meisterhaus

Weiter ging es zum letzten Punkt des Tages. „Zur Ferropolis - der Stadt aus Eisen“. Es handelt sich um eine stillgelegte Grube für die Braunkohleförderung im Tagebau. Heute ein Industriedenkmal und Museum. Umgebaut zu einer Arena für 25.000 Besucher. Rundherum stehen die riesigen Bagger als Denkmal. Einen davon haben wir bestiegen und wurden mit einem fantastischen Blick auf das Gelände und der zu einem See gefluteten Grube belohnt. Die Führung durch das Gelände übernahm ein langjähriger Bergmann, der zur DDR-Zeiten auch dort verantwortlich gearbeitet hat. Er hat die Geschichte und die Ereignisse dort sehr anschaulich und auch lustig und engagiert vermittelt. Begeistert fuhren wir dann zurück zu unserem Hotel.

Führung durch die ehemalige Tagebaugrube

Einer der riesigen Bagger

Nach dem Abendessen statteten wir einem örtlichen Heimatverein noch einen Besuch ab. In deren Museum begeisterte vor allem die Junkersausstellung.

Die Ausstellung

 

Dienstag ging es nach dem Frühstück, um 08.30, Uhr zur Lutherstadt Wittenberg. Dort angekommen, starteten wir zur 2-stündigen Stadtführung mit Besichtigung des Lutherhauses und der Stadtkirche. Es war sehr viel Tourismus in der Stadt. 2017 ist die Reformation 500 Jahre alt. Ein Ereignis welches mit großen Veranstaltungen gefeiert wurde.

Nach einer Mittagspause wurde die Stadtführung mit dem Besuch der Cranachhöfe und der Thesentür fortgesetzt. Es gab so manchen Aha-Effekt, wie die Menschen zu dieser Zeit dort gelebt haben und welche Lebensumstände sie begleiteten.

Innenbereich Cranachhöfe

Die Thesentür

Zum Abschluss dieses Tages unternahmen wir eine 2-stündige Schifffahrt auf der Elbe. Das Kaffeegedeck an Bord hatten wir uns nach den langen Fußmärschen redlich verdient. Wir genossen die schöne Aussicht bei bester Stimmung. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint, es regnete nur selten und wenn, dann saßen wir im Bus. Gegen 18.00 Uhr trafen wir wieder im Hotel ein.

Unser Schiff wartet schon

 

Der Mittwoch wurde der Stadt Leipzig gewidmet. Um 10.30 Uhr nahmen wir unsere Reiseführerin an Bord. Frau Schäuble begann mit der 2-stündigen Stadtrundfahrt. Sie ist allerdings ein besonderes „Exemplar ihrer Gattung“ denn, sie führte uns 2-sprachig – nämlich deutsch und sächsisch – durch die Stadt. Ihre ebenso sachkundigen wie interessanten Erläuterungen begann sie zuerst in sächsischem Dialekt – welches stets zu orkanartigen Lachsalven führte - , anschließend erfolgte die Übersetzung ins Hochdeutsche. Sie berichtete über die historische Entwicklung der Stadt, ergänzt durch die aktuelle Entwicklung. Wir konnten viele neue Eindrücke sammeln.

Nach der individuellen Mittagspause ging es dann weiter mit einem Stadtrundgang durch die Innenstadt. Auch hier hat Frau Schäuble uns in ihrer unvergleichlichen Art die Geschichte und Entwicklung der Stadt und der beeindruckenden Bauwerke erklärt. Ich denke, wir haben alle viel Neues erfahren. Der Rundgang endete am „Coffe Baum“ zum Kaffeetrinken, wo wir unsere Führerin mit großem Applaus verabschiedeten. Anschließend traten wir die Rückfahrt an.

Leipzig am Marktplatz

Hier ging es stielvoll zum Kaffeetrinken.

Dieser letzte Abend ist schon traditionell der Gemeinschaft gewidmet. Nach dem Abendessen sammelten wir uns im Restaurant und es wurden Lieder gesungen, Gedichte und Geschichten vorgetragen und zu fortgeschritten Stunde auch der eine oder andere Witz erzählt. Mit dem Schleswig-Holstein Lied beschlossen wir diesen schönen Abend.

 

Donnerstag ging es nun zurück nach Hause. Wir steuerten auf dem Rückweg noch Wörlitz an und besuchten das Schloss Oranienbaum. Wir erhielten dort noch eine 1-stündige Führung. Dieses Bauwerk der Oranier ist noch sehr restaurierungsbedürftig.

Schloss Oranienburg

Weiter ging es nach Potsdam, wo wir unsere Mittagspause verbrachten und einen kleinen Stadtrundgang auf eigene Faust unternahmen bevor wir die letzte Etappe unserer Heimfahrt antraten.

Um 18.30 trafen wir wieder in Bad Segeberg ein. Eine schöne und interessante Reise in netter Gemeinschaft war zu Ende.

Gerd Zeuner

Fotos: Wolfgang Ahle

Elfriede Thierbach, Bad Segeberg

Reise des Heimatvereins nach Schwarzenberg im Osterzgebirge

vom 1.9. bis 5.9.2015.

1. Tag: Die Reise beginnt um 7.00 Uhr bei der Firma Mietrach. In Sievershütten nehmen wir noch vier Teilnehmer auf, dann sind wir mit 43 Teilnehmern komplett. Trotz einiger Baustellen geht die Fahrt über die Autobahnen A7, A2, A14, A9 und A4 ziemlich glatt. Durch Zwickau, Schneeberg und Aue erreichen wir gegen 18.00 Uhr unser Hotel in der Neustadt von Schwarzenberg, der Perle des Erzgebirges.

2. Tag: 9.30 Uhr bringt uns der Bus den Berg hinauf zur Altstadt. Unser örtlicher Reiseführer erzählt uns Einiges über die Geschichte der Stadt. Im Mittelalter war das Erzgebirge als Dunkelwald“ bekannt, durch den nur wenige gefährliche Wege führten. Erst, als im heutigen Freiberg 1168 erste Silbervorkommen entdeckt wurden, begann die Erschließung und Besiedelung. Über Jahrhunderte erklang immer wieder das „Berggeschrey“, wenn neue Erzgänge gefunden wurden. Das lockte viele Menschen, die im Bergbau ihr Glück versuchen wollten, in die Gegend. Nach und nach entstanden die bekannten Bergbaustädte, zu denen auch Schwarzenberg gehörte, dass erstmals 1282 erwähnt wurde. An den schönen Altstadtbauten kann man heute noch den früheren Reichtum erkennen.

 

Die Pfarrkirche St. Georg, ein einschiffiger Barockbau (1690 – 1699),

beeindruckte uns sehr mit seiner umlaufenden Empore. Auch das alte Rathaus, heute Hotel, ist ein sehr schöner Bau. Wir spazieren auch an einem Glockenspiel aus Meissener Porzellan vorbei, auf dem Schwarzenbergs Türmer gerade einige Erzgebirgslieder spielte.

Die Führung endet am spätgotischen Schloss, das 1433 entstand. Es wurde 1555 – 1558 zum Jagdschloss für August den Starken umgebaut. Heute ist es ein Museum. Das Museum bietet viele Schätze zur Geschichte der Stadt. U.a. erfuhren wir etwas über die Herkunft der Schwibbögen, die uns schon an vielen Häusern aufgefallen waren. Der Ursprung ist die letzte Schicht der Bergleute vor Weihnachten, die sog. Mettenschicht. Dabei hängten die Bergleute ihre Lampen in der Zeche so auf, dass es wie ein Lichterbogen wirkte.1740 baute der Bergschmied Teller den ersten Schwibbogen für seinen Knappschaft. Anfangs wurden nur christliche Motive verwendet. Heute sieht man meistens Bögen mit zwei Bergleuten, einer Klöpplerin und einem Holzschnitzer. Klöppeln und Holzschnitzen waren zwei Erwerbsquellen, die sich entwickelten, als der Bergbau nicht mehr ergiebig war.

Im Museum waren schöne Holzschnitzereien zu sehen, die zum Teil den Bergbau darstellten. Auch Klöppelarbeiten waren ausgestellt, u.a. ein Festkleid in idrischer Bänderspitze, eine Fleißarbeit von ca. 1500 Arbeitsstunden.

Die Anfangsgründe des Klöppelns konnten wir uns in der Klöppelschule gegenüber zeigen lassen. Hier werden Anfängerkurse für Grundschüler einmal wöchentlich angeboten, für die es in diesem für den ganzen Bezirk 400 Anmeldungen gibt. Schön, dass diese alte Handarbeitstechnik an die Kinder weiter gegeben wird.

Nach der individuellen Mittagspause treffen wir uns am Bus und fahren in einen Nachbarort ins Miniaturerzgebirge. Hier sind im Maßstab 1:40 bekannte Bauwerke liebevoll dargestellt. So erkennen wir Rathaus, Schloss und Kirche von Schwarzenberg, aber wir können auch die Fichtel Bergbahn nach Oberwiesenthal oder die Seilbahn auf den Fichtelberg zum Laufen bringen. Nach dem Kaffeetrinken in der Sonne fahren wir zum Hotel.

3. Tag: Uns erwartet ein Riesenprogramm, bei dem uns Alexandra, eine nette Reiseleiterin, begleitet. Bei herrlichem Wetter bringt uns der Bus nach Cranzahl, wo wir in die Fichtelbergbahn, eine Dampf - Betriebene Schmalspurbahn umsteigen. Sie zuckelt mit uns gemütlich in einer Stunde nach Oberwiesenthal.

Von Oberwiesenthal bringt uns der Bus auf den Fichtelberg, den mit 1214 m höchsten deutschen Berg des Erzgebirges. Wir können hinüberschauen zum höchsten Berg des gesamten Erzgebirges, den Keilberg (1244 m) in Tschechien. Die Fichtelbergregion ist ein beliebtes Wander- und Skigebiet. Am Gipfel steht die Friedensglocke, die immer am Sonnabend vom Türmer aus Schwarzenberg zur Erinnerung an die Wiedervereinigung geläutet wird.

Vom Fichtelberg fahren wir nach Annaberg–Buchholz, eine wichtige Bergbaustadt, die zu ihrer Glanz Zeit reicher als Leipzig gewesen sein soll.

 

St Annen-Kirche mit 100 Reliefs

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die spätgotische St-Annen-Kirche, erbaut 1499 bis 1525. Ein örtlicher ehrenamtlicher Kirchenführer macht uns auf die wichtigsten Merkmale aufmerksam, besonders auf das herrliche Schlingrippen- und Schleifenstern Gewölbe. Umlaufend sind 100 Reliefs mit biblischen Szenen und Lebensallegorien zu sehen, für die damals meist leseunkundigen Menschen eine Art Bilderbibel und Bilderbuch.

Von hier aus geht es zum „Fronauer Hammer“, ein technisches Denkmal in der Nähe von Buchholz.

  

Frondorfer Hammer

Der wasserbetriebene Eisenhammer wird uns vorgeführt, eine ziemliche laute Angelegenheit. Lärmschutz gab es im 14. Jahrhundert noch nicht. Im angeschlossenen Museum sehen wir einige sehr schöne, damals hergestellte Produkte und Wohnverhältnisse aus der Zeit.

Unser letzter Programmpunkt ist der Besuch einer Likörfabrik. Geschichtlich geht sie auf Laboranten zurück, die für August, den Starken nach einem Elixier forschen sollten, das ihm ein langes und gesundes Leben ermöglichen sollte. Heute produziert die Firma aus heimischen Kräutern, Wurzeln, Früchten und exotischen Gewürzen Säfte, Liköre, Brande und Geiste. Wir durften die Köstlichkeiten probieren und natürlich auch kaufen.

4. Tag: Heute verlassen wir den Erzgebirgskreis und fahren ins Vogtland. Der südliche Teil entlang der tschechischen Grenze ist als „Musikwinkel“ bekannt. Hier haben sich im 17. Jahrhundert Egerländer angesiedelt und Musikinstrumente hergestellt. 1677 wurde in Markneukirchen von 12 Instrumentenbaumeistern die erste Innung gegründet. Um 1900 soll es in Markneukirchen 21 Millionäre gegeben haben. Man sieht es an vielen schönen Häusern.

  

Musikinstrumentenmuseum

Etwa 3000 Instrumente wurden gesammelt, etwa 1000 werden im Musikinstrumentenmuseum im Paulusschlössel ausgestellt. Bei einer Führung erfahren wir Einiges über die Entwicklung der Saiten-, Schlag- und Blechblasinstrumente. Auch Kuriositäten gab es, z.B. ein von sechs Damen im Varieté vor dem 1. Weltkrieg gespieltes Riesenakkordeon. Nach dieser interessanten Führung ging es zurück ins Erzgebirge.

 

Maschinenstickerei in Eibenstock

Das nächste Ziel war eine Maschinenstickerei in Eibenstock, der Heimat unserer Reiseleiterin. Die Firma hatte ein ähnliches Schicksal wie die Likörfabrik: zuerst selbständig, zu DDR – Zeiten verstaatlicht, nach der wieder privat. Die Inhaberin selbst führte uns durch die Fabrik und setzte auch einige Stickmaschinen in Betrieb. Es war interessant, zu verfolgen wie die einzelnen Farben eines Motivs computergesteuert gestickt wurden. Im angrenzenden Laden gab es wieder Gelegenheit, Weihnachtsgeschenke einzukaufen.

Die Heimfahrt machten wir über Johanngeorgenstadt an der tschechischen Grenze, auch eine ehemalige Bergbaustadt. Hier hat man die Altstadt komplett geräumt, weil man befürchtete, die stillgelegten Bergwerke könnten einstürzen. In der Neustadt stand ein Riesenschwibbogen an der Straße, eine große Pyramide war im Bau. Auf der letzten Etappe vor Schwarzenberg sang uns Alexandra zum Abschied die 1.Strophe des Feierabendliedes von Anton Günther vor.

Wie beim Heimatverein üblich, verbrachten wir den letzten Abend gemeinsam. Es wurden Lieder auf Hochdeutsch, plattdeutsch und erzgebirgisch gesungen, dazwischen wurden heitere und besinnliche Texte vorgetragen. Der Abend klang aus mit dem Schleswig–Holstein–Lied.

5. Tag: Der Hotelchef verabschiedete uns persönlich im Bus, dann ging es auf die Heimfahrt in Richtung Chemnitz und Dresden, wo uns noch ein besonderer Glanzpunkt erwartete.

  

Frauenkirche in Dresden

Wir hatten um 12.00 Uhr eine Orgelandacht mit anschließender Führung in der Frauenkirche. Wir saßen auf der 2. Empore genau gegenüber dem Altar. Die Andacht mit Läuten der Friedensglocke und Orgelmusik von J.S. Bach war eindrucksvoll. Danach erzählte der Kirchenführer Einiges zur Geschichte der Frauenkirche und ihrem tragischen Einsturz zwei Tage nach der Bombardierung von Dresden. Erst nach der Wende konnte man an den inzwischen abgeschlossenen Wiederaufbau denken.

Die Weiterreise verlief ohne Zwischenfälle, Gegen 22.00 Uhr waren wir wieder in Bad Segeberg. Eine schöne Reise war zu Ende.

Eine Eifel-Fahrt mit Besuchen auch in Maastricht, Aachen und Köln - 9. bis 13. September 2014 -

Am frühen Dienstagmorgen, 09. September, traten wir mit 38 Reisenden unsere Fahrt in die Eifel nach Monschau, unseren Standort für die Reisezeit, an, wo wir nach langer Fahrt um 18.00 Uhr unser Domizil, das Carat-Hotel, erreichten.


Luftkurort Monschau - Altstadtmotiv an der Rur

In den Vormittagsstunden des nächsten Tages, 10. September, lernten wir unter Führung das mittelalterliche Stadtbild des an der Rur und am Laufenbach gelegenen Luftkurortes Monschau kennen. Das schmucke Städtchen reizt durch seine engen, verwinkelten Gassen zwischen Fachwerkidylle und Bruchsteinbauten.


Reisegruppe, rechts im Hintergrund das „Rote Haus“ in Monschau

Hoch über dem Städtchen thront die imposante Burg aus dem 12. Jahrhundert. Das Wahrzeichen der Stadt ist das prachtvolle „Rote Haus“, ein Symbol der Blütezeit der Tuchmacherindustrie aus dem 18. Jahrhundert; es dient heutzutage als Museum.


Maastricht - Liebfrauenplatz

Nachmittags besuchten wir nach einer interessanten Anfahrt über belgische und niederländische Autobahnen Maastricht in den Niederlanden. Per Rundfahrt durchquerten wir bei ausgezeichneter Führung die rund 122.000 Einwohner zählende Stadt an der Maas.
Die Stadt ist mit ihren Bürgerhäusern (17./18. Jahrhundert) sowie mit modernen Stadtteilen, als Standort einer Universität, von Museen und Kirchen sowie unterschiedlichen Industriebauten insbesondere auch bekannt als Ort der Unterzeichnung des Vertrages über die Europäische Union (07.02.1992).
Wir konnten unseren allgemeinen Stadtüberblick noch durch einen individuellen Spaziergang erweitern. Die Rückfahrt nach Monschau verlief wiederum über Autobahnabschnitte und dann durch die belgische Stadt Eupen sowie durch das Hohe Venn.

Tag drei (11. September) galt der Kaiserstadt Aachen, Deutschlands westlichste Stadt mit ca. 260.00 Einwohnern, nahe der belgischen und niederländischen Grenze. Aachen ist eine pulsierende Stadt, deren beherrschendes Bauwerk der Dom, eines der berühmtesten Denkmäler abendländischer Kunst ist; er ist Begräbnisstätte des im Jahre 800 in Rom zum Kaiser gekrönten Karls des Großen (Pfalzkapelle). 2014 wird an sein Sterbejahr (814) erinnert.

 
Aachener Dom

Aachen ist Bischofssitz, Stadt der Wissenschaft mit hoch angesehener Technischer Hochschule (Exzellenz - Uni), großem Klinikum, Stadt internationaler Reiterei (CHIO - Turnier), Industriestandort, „Bad“-Stadt mit zahlreichen Heilquellen, bekannt durch das Gebäck „Aachener Printen“ und nicht zuletzt durch die alljährlich im Krönungssaal des Rathauses stattfindende Verleihung des internationalen Karlspreises an Persönlichkeiten, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.
Nach interessanter Führung im Kern der Stadt verblieb uns noch ausreichend Zeit für Spaziergänge, auch für leibliche Genüsse.

Freitag, 14. September, begaben wir uns bei sommerlichem Sonnenscheinwetter auf einen sehr schönen Ausflug in die nördliche und östliche Eifel. Es ging hinauf auf große bewaldete Flächen, freie Landschaften (500 bis 600 m Höhe) sowie schließlich in die Weinbaugebiete (Rotweinecke). Herrliche postkartenartige Ausblicke taten sich auf. Auffällig waren in einigen Orten mächtige Buschhecken (bis zu 6 m Höhe), die Haus und Hof, Feld und Wiesen vor den zugigen Eifelwinden schützen. Die Streckenführung dort trägt die Bezeichnung Heckenlandroute.


Typische Buchenhecke in Höfen

Wir kamen auf der Rundfahrt u. a. nach Bad Münstereifel (neuerdings Outlet-Zentrum) sowie in die Winzergemeinden Altenahr (Mittagessen), Bad Neuenahr und Ahrweiler. Auf der Weiterfahrt durchfuhren wir den Ort Adenau, kamen in Sichtweite der Nürburg und dann an die frühere Nordkurve der Rennstrecke Nürburgring. Auf dem Streckenabschnitt liegt ein riesiger, vor einigen Jahren besonders aufwendig für Großereignisse errichteter, nun fast brach liegender Gebäudekomplex – großklotzig! Unser Reisebegleiter dieses Tages, ein Monschauer Schulleiter, sprudelte seine außerordentlichen Kenntnisse über Land und Leute nur so heraus. Es war eine Freude, seinen launigen und sehr fundierten Erläuterungen zuzuhören.
Am Abreisetag, Sonnabend, 13. September, steuerten wir den letzten Reiseprogrammpunkt, die Stadt Köln an. Auf dem Weg dorthin erkannten wir auf den Feldern zwischen Monschau und Düren noch immer bestehende Betonteile des Westwalls, genannt „Höckerwall“ aus dem II. Weltkrieg.
In Köln, einer großen Stadt mit rund 965.000 Einwohnern, hatten wir drei Stunden Zeit für eigene kleine Unternehmungen. Dabei stand für uns der Kölner Dom im Mittelpunkt. Ein übermäßiger Touristenstrom im Dom und in der nahen Umgebung zeugte von großem Interesse an diesem Stadtbildausschnitt.
 Nach zügiger Fahrt durch das Industriegebiet des rheinland - westfälischen Raumes, durch das Münsterland, über Bremen und Hamburg kamen wir sehr zufrieden, wenn auch erschöpft um etwa 20.15 Uhr wieder in Bad Segeberg an.
Wir konnten uns gegenseitig bestätigen, dass wir in den fünf Tagen gemeinsamen Erlebens „gut parat gekommen“ waren.

Klaus Stegemann

Kölner Dom - Langhaus

 

2013: Reise nach Marburg an der Lahn

Am Samstag 30.08. erreichten wir kurz nach 14 Uhr mit 37 Reisenden unser Hotel in der Altstadt von Marburg. Den Nachmittag nutzten die meisten Teilnehmer für erste Erkundungen.

Am Sonntag 01.09. beginnt nach dem sehr guten Frühstück die Stadtführung in zwei Gruppen. Mit zwei Aufzügen  gelangten wir in die Oberstadt und bestaunten die vielen schönen Fachwerkhäuser aus verschiedenen Epochen. In Marburg wurde 1527 die erste protestantische Hochschule gegründet, zu deren berühmtesten Studenten die Gebrüder Grimm gehörten. Ihnen zu Ehren hat die Stadt an vielen Stellen Figuren aus ihren Märchen angebracht. Am gotischen Rathaus von 1525 schlägt zu jeder vollen Stunde ein Hahn mit den Flügeln, begleitet vom krächzenden Ton einer automatischen Trompete. Nach Beendigung des Gottesdienstes zur goldenen Konfirmation konnten wir die Elisabethkirche besichtigen, die als die älteste rein gotische Kirche Deutschlands gilt. Sie wurde in den Jahren 1235 bis 1283 nach der Heiligsprechung von Elisabeth von Thüringen gebaut, um ihre Gebeine als Reliquien in einem goldenen Schrein aufzunehmen. Lange Zeit war Marburg Wallfahrtsort. Heute ist die Kirche evangelisch.

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Reliquienschrein der Heiligen Elisabeth von Thüringen im Marburger Dom

Am Nachmittag erklimmen wir das hoch über der Altstadt liegende Schloss. Es war in der Zeit vom 13. bis 17. Jahrhundert aus einer Burg zur Residenz der Landgrafen von Hessen, den Nachkommen der heiligen Elisabeth, umgebaut worden. Heute ist es ein Universitäts-Museum.

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Hier fand 1529 das berühmte Religionsgespräch zwischen Martin Luther und Ulrich Zwingli statt, das in der Frage des Abendmahls zu keiner Einigung führte. Auf dem Gemälde im Museum konnte man auch Melanchthon und Bucer erkennen.

Am Montag 02.09. fuhren wir in die Oranierstadt Dillenburg. Die Stadt war über mehrere Jahrhunderte Residenzstadt der Fürsten von Nassau-Oranienburg. Unsere beiden Stadtführer waren in üppigen Gewändern eines Bedienstetenpaares des Fürsten von Nassau-Oranienburg gekleidet. Das ehemalige Residenzschloss hoch über Dillenburg wurde im 7-jährigen Krieg in Brand geschossen und nie wieder aufgebaut. Erhalten geblieben ist das nie eingenommene unterirdische Verteidigungssystem mit Wehrgängen und Kasematten. Anstelle des Schlosses baute man zur Erinnerung an Wilhelm I. von Oranien den sog. Wilhelmsturm.

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Wilhelmsturm in Dillenburg.

Die Mittagspause war nur kurz, dann fuhren wir zum Hessischen Landesgestüt von Dillenburg. Wir wurden von einer netten jungen Dame, Azubine im 3. Lehrjahr, herumgeführt. Es gab viel zu sehen, einschließlich der Kutschen, die schon für die bevorstehende Hengstparade auf Hochglanz gebracht waren. Der Besuch endete mit einer Kaffeetafel unter Bäumen im Park.

Am Dienstag 03.09. war unser Ziel Limburg an der Lahn. Die Stadt wird täglich von sehr vielen Touristen besucht. Zusammen mit den in Limburg arbeitenden Auswärtigen kommen täglich 70.000 Menschen in die Stadt, die 40 Stadtführer beschäftigt. Unser Rundgang mit zwei Stadtführerinnen ging auch hier bergauf und bergab, vorbei an wunderschönen Häusern. Er endete an der Lahn, wo ein Fahrgastschiff uns für eine Fahrt auf der Lahn aufnahm. Bei dieser Fahrt konnten wir uns an der schönen Landschaft erfreuen, uns erholen und Kraft sammeln für den Aufstieg zum Dom, der uns schon von Weiten hoch über der Lahn begrüßt hatte. Bei der Führung erfuhren wir, dass er im 13. Jahrhundert erbaut wurde und als eine der vollendetsten Schöpfungen der Spätromanik in Deutschland gilt. Er war von außen und innen beeindruckend.

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Limburger Dom

Anschließend fuhren wir nach Niederselters im Taunus zum Selterswassermuseum. Keiner der Teilnehmer hatte je von diesem Ort gehört. Bei einer Führung durch den ehemaligen langjährigen Bürgermeister erfuhren wir in einem interessanten Vortrag sehr viel über die Geschichte eines Mineralwassers, das erstmals im Jahre 1581 beschrieben wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert war es marktführend und wurde in ganz Europa und sogar in Amerika und Asien getrunken. Heute gibt es nur noch für die Einwohner einen sog. Haustrunk, den wir auch probieren durften. Den letzten Abend verbrachten wir - wie immer - bei plattdeutschen und anderen Liedern und kleinen vorgetragenen Geschichten. Den Abschluss bildete das Schleswig-Holstein-Lied.

Am Mittwoch 04.09. treten wir um 9 Uhr die Heimreise an. Unterwegs machten wir ausführliche Rast in Bad Wildungen. Dabei hatten wir Gelegenheit, noch ein hübsches Fachwerkstädtchen kennenzulernen, danach ging es zügig nach Hause.

Text und Fotos:
Elfriede Thierbach

2012: Reise nach Coburg und Bamberg

vom 1.9. bis 5.9.2012

1. Tag:
Um 7.30 Uhr startet unser Bus der Firma Mietrach mit 39 Teilnehmern. Zuerst fahren wir bekannte Strecken, nämlich die A7 durch den Elbtunnel bis Hersfeld, dann die A4 in Richtung Erfurt. In der Höhe von Gotha beginnt für die meisten Mitfahrer Neuland. Wir fahren die ziemlich neuen Autobahnen 71 und 73 und passieren dabei etliche Tunnel, der Rennsteigtunnel ist mit knapp 8 km der längste. Die sanft hügelige Gegend ist wunderschön. Um 16.30 Uhr erreichen wir unser Hotel in Coburg bei herrlichem Wetter. Es liegt mitten in der Altstadt und ist ziemlich verwinkelt, aber mit der Küche und der freundlichen Bedienung sind wir sehr zufrieden.

2. Tag:
9.30 Uhr erwarten uns zwei örtliche Reiseleiter, die uns in zwei Gruppen sehr kompetent in die Bauwerke und die Geschichte der Stadt einführen. Coburger Prinzen und Prinzessinnen heirateten in fast alle europäischen Königs- und Fürstenhäuser. Sogar Glücksburg war dabei. Besonders bekannt ist natürlich der Prinz Albert  von Sachsen-Coburg. Gotha, der Gemahl der englischen Königin Viktoria. Im Schloss Ehrenburg – erbaut vom Architekten Karl Friedrich Schinkel – konnten wir das Schlafzimmer der Königin Viktoria und viele schöne Gemälde bewundern. Die Hauptkirche St. Moriz, im 14. Bis 16. Jh entstanden, ist dem Stadtpatron St Maurizius gewidmet, dessen schwarzer Kopf auch das Wappen von Coburg bildet. Es ist auch auf den Gullideckeln in der Stadt abgebildet.

1 Hauptkirche St Moritz in Coburg

Hauptkirche St. Moritz in Coburg

Nach einer individuellen Mittagspause fahren wir mit dem Bus hinauf zur Veste Coburg, die weithin sichtbar über der Stadt thront. Sie wird auch „Krone Frankens“ genannt und ist eine der größten Burgen Deutschlands. Während des Augsburger Reichstages fand Martin Luther hier Zuflucht. Auch Wallenstein ist es nicht gelungen, die Veste einzunehmen. Wir konnten die Wohnräume der herzoglichen Familie besichtigen, das Lutherzimmer und die Lutherkapelle, aber auch Gemälde-, Glas- und Waffensammlungen und im Untergeschoss Schlitten und herrliche Kutschen, mit denen Königin Viktoria gereist ist. Von der Veste konnte man einen wunderschönen Rundblick genießen. Abends werden die hübschen Häuser am Marktplatz, wie Rathaus und Stadthaus angestrahlt. Die Stadt ist gut bei Kasse, es gibt keine Arbeitslosen.

3. Tag:
8.30 Uhr fahren wir nach Bamberg. Unser Reiseleiter führt uns an der Regnitz entlang mit Blick auf die alten Fischerhäuser von „Klein Venedig“ in die Altstadt. Nach einem kurzen Blick in den Rosengarten haben wir die erste Innenführung, nämlich in der Neuen Residenz am Domplatz. Es ist das Hauptwerk von Leonhard Dientzenhofer. Hier residierten sehr prunkvoll die Fürstbischöfe von Bamberg. Es gibt sogar einen Kaisersaal, da man immer mit dem Besuch des Kaisers rechnen musste, der leider nie erschien.

2 Alte Fischerhaeuser an der Regnitz

Alte Fischerhäuser „Klein Venedig“ an der Regnitz

Nach dieser Führung gehen wir in den Bamberger Dom, ein spätromanisch – frühgotischer Bau. Bamberg feiert in diesem Jahr 1000 Jahre Bamberger Kaiserdom. Das bezieht sich auf die Domweihe  im Jahr 1012. Als erstes sehen wir den berühmten Bamberger Reiter, eine lebensgroße, aber verblüffend klein wirkende Figur.  Im Dom befindet sich das einzige Papstgrab in Deutschland, das von Clemens II., der vor seiner Wahl zum Papst 1046 Fürstbischof von Bamberg war. Nach der Führung genießen wir die Mittagspause und treffen uns erst wieder an der Anlegestelle des Schiffes, mit dem wir eine erholsame Fahrt auf der Regnitz und dem Donau – Main – Kanal unternehmen.

4. Tag:
Es ist immer noch Kaiserwetter. Um 9.00 Uhr beginnt unsere große Rundfahrt durch die Fränkische Schweiz. Erster Halt ist an der berühmten Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. Sie gilt als Glanzpunkt des fränkischen Barock und wurde 1743 – 1772 von Balthasar Neumann erbaut. Ihr Name stammt von den vierzehn Nothelfern, die dem Schäfer von Kloster Langheim im Jahre 1445 an dieser Stelle erschienen sein sollen.

3 Der Gnadenaltar in der Wallfahrtskirche

Der Gnadenaltar in der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen

In Sichtweite thront am anderen Mainufer das ehemalige Benediktinerkloster Banz, ebenfalls ein prächtiger Barockbau. Wir fahren weiter durch enge romantische Täler zum Dorf Sanspareil und spazieren durch herrlichen Buchenwald zu einem romantischen Felsengarten, der nach den Vorstellungen von Markgräfin Wilhelmine, der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, gestaltet worden ist. Statt Hecken, Blumenrabatten und Wasserspielen gibt es eine Grottenanlage, ein kleines Felsentheater und einen morgenländischen Bau. Oberhalb des Tales steht die Burg Zwernitz, von 1338 bis 1810 im Besitz der Hohenzollern. Zuletzt besuchen wir im Tal der Wiesent den Ferienort Gößwein – Behringermühle. Über dem Tal erhebt sich eine malerische weiße Burg, aber Hauptanziehungspunkt ist die Wallfahrtsbasilika, die auch von Balthasar Neumann erbaut wurde. Jährlich finden über 150 Wallfahrten zu dieser Basilika statt.

4 Wallfahrtsbasilika in Goessweinstein

Wallfahrtsbasilika in Gössweinstein

Auf der Rückfahrt nach Coburg können wir noch einmal die sanften Hügel und Täler genießen. Von der fränkischen Schweiz sind alle Teilnehmer begeistert.

5. Tag:
Um 9.00 Uhr treten wir die Heimreise an. Sie verläuft ohne Probleme. Ein kleiner Schauer stimmt uns wieder auf den Norden ein, aber zur Mittagsrast scheint wieder die Sonne. Kurz vor 18.00 Uhr sind wir in Bad Segeberg. Eine schöne Reise ist zu Ende.

Text und Fotos: Elfriede Thierbach

2011: Eine Reise durch die Mark Brandenburg – preußische Geschichte in malerischer Landschaft

Erster Tag, Freitag, 09. September 2011
Die Reise des Heimatvereins startet um 6.30 Uhr bei der Firma Mietrach, weiter geht es zum ZOB, bis in Sievershütten die letzten Teilnehmer zusteigen. Über die A 21, B 404 fahren wir zur A 24. Nach einer Frühstücksrast bei Neustadt-Glewe erreichen wir bald das Havelland mit dem Berliner Ring und damit die Mark Brandenburg. Um die Mittagszeit sind wir im Ziegeleipark in Mildenberg (Nähe Gransee).


Alte Ziegelei Mildenberg

Dort erwartet uns eine Führung mit dem Thema „Wie ein Ziegelstein entsteht – traditionelle Produktion zur Gründerzeit“. Sehr anschaulich wird erklärt, wie man aus dem Ton, der in der Umgebung abgebaut wurde, manuell Ziegelsteine herstellte. Dabei wurde auch deutlich, wie hart die Arbeit an den einzelnen Stationen war und weshalb die Menschen im Durchschnitt nur 47 Jahre alt wurden. Nach dieser Führung folgte eine „Ziegeleibahnrundfahrt“, die einen Überblick über den Ziegeleipark bot, in dem noch weitere Themenführungen stattfinden. Hier hat man nach der Wende eine Art Industriedenkmal geschaffen, um die Geschichte dieser sog. „Tonstichlandschaft“ zu erhalten.


Ziegeltrockenplatz

Nun waren es nur noch ca. 40 km zu unserem sehr schön an einem See gelegenen Hotel in Grünplan in der Nähe von Rheinsberg.

Zweiter Tag, Sonnabend, 10. September 2011
Auf dem Plan stand Rheinsberg. Zuerst lernen wir bei einer interessanten Führung die Altstadt dieser preußischen Kleinstadt mit 5.000 Einwohnern kennen. Theodor Fontane beschrieb den Ort in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Kurt Tucholsky machte weiter Reklame mit seinem „Bilderbuch für Verliebte“. Beide Dichter wurden durch Straßennamen geehrt.


Orgel in der St. Laurentiuskirche

Nach kurzer Pause folgte eine Kirchen- und Orgelführung in der St. Laurentiuskirche. Der Kantor erklärte zunächst einige Besonderheiten am Bau der Kirche, dann erzählte er die Geschichte der alten und der neuen Orgel. Wir durften mit auf die Orgelempore, wo er die verschiedenen Klangmöglichkeiten bei der Orgel demonstrierte. Er spielte Choräle zum Mitsingen und viele kleine Stücke von Buxtehude über Bach bis hin zum Jazz. Man merkte ihm die Freude an der Musik an. Später lasen wir in der Zeitung, dass sein 70. Geburtstag bevorstand und mit einem Konzert gefeiert werden sollte, in dem auch eine Komposition von ihm aufgeführt werden sollte. Da die Gemeinde nach seiner Pensionierung keinen Nachfolger fand, machte er den Dienst seit 5 Jahren ehrenamtlich. Nach einer Mittagspause trafen wir uns zur nächsten Besichtigung am Schloss. König Friedrich II. hat als Kronprinz vier un-beschwerte Jahre auf Schloss Rheinsberg verbracht, das in dieser Zeit zum Treffpunkt vieler Geistesgrößen wurde. Nach seiner Thronbesteigung schenkte er das Schloss seinem jüngeren Bruder Heinrich, der 50 Jahre auf Schloss Rheinberg lebte und andere Akzente setzte. Während Friedrich II. die Musik liebte, förderte Heinrich das Theater.


Schloss Rheinsberg

Nach kurzer Erholung zum Kaffeetrinken folgte eine Führung in einer Keramikwerkstatt, die zu den drei ältesten in Deutschland gehört. Dem Besitzer merkte man den Stolz auf seine Produkte –zweimal gebranntes Steinzeug– an. Die Firma liefert sogar Teekannen nach England. Im angrenzenden Laden konnte man die verschiedenen Dekore bewundern und kaufen.

Dritter Tag, Sonntag, 11. September 2011
Wir fuhren nach Neuruppin. Diesmal waren die schönen Alleen am Rand mit herrlichen Altweibersommer-Spinnenweben verziert. Der örtliche Stadtführer empfing uns im Kostüm mit Dreispitz. Er stellte einen Baumeister aus Neuruppins Geschichte dar. Die Führung begann im Tempelgarten und war sehr interessant. Neuruppin war wichtig als Garnisonsstadt und hat seit dieser Zeit noch schöne breite Straßen. Das Denkmal zu Ehren des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel sahen wir, ebenso das Geburtshaus Theodor Fontanes. Schräg gegenüber stand das ehemalige Geschäftshaus eines berühmten Neuruppiners, nämlich Gustav Kühn. Er erfand zur Beginn des 19. Jahrhunderts den „Neuruppiner Bilderbogen“. Die Blätter mit witzigen Texten und kolorierten Zeichnungen fanden reißenden Absatz. Sie gelten als Vorläufer der heutigen Illustrierten.


Neuruppiner Bilderbogen

Nach dem Mittagessen konnten wir bei einer Schifffahrt auf dem Neuruppiner See die Stadt vom Wasser aus genießen, eine Erholung für unsere Füße. Auf dem Weg zu unserem Hotel fand unser Busfahrer wieder eine neue Strecke, auf der wir vor allem die lichten Wälder bewundern konnten. Teile davon gehören zur Deutschen Alleenstraße. Da wir diesmal etwas früher im Hotel waren, saßen viele eine Weile auf der schönen Hotelterrasse, bis uns ein Gewitter mit heftigem Regen vertrieb.

Vierter Tag, Montag, 12. September 2011
Der letzte Tag ist der Landeshauptstadt Potsdam gewidmet. Unser Stadtführer, ein studierter Geschichtler und Kunsthistoriker mit enormem Wissen, begleitete uns auf einer dreistündigen Stadtrundfahrt in unserem Bus. Wir beginnen mit einem Spaziergang im Park von Schloss Sanssouci. Unser Reiseleiter erzählt uns viel über die preußische Geschichte und über die Baugeschichte des Schlosses, die durchaus nicht ohne Sorgen verlief und oft zum Zerwürfnis zwischen dem Bauherrn und seinem Architekten, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, führte. Dass Friedrich II. oft seinen Willen durchsetzte, hat ihn viel Geld gekostet. Wir standen auch an seinem Grab, wo er endlich an seinem Wunschplatz, neben seinen Hunden, die letzte Ruhe gefunden hat.


Gruppenaufnahme vor dem Schloss Sanssouci

Auf langsamer Fahrt durch die Stadt sehen wir einige Schlösser, italienische Villen, die russische Alexandrowka-Siedlung und schließlich das Schloss Cecilienhof im neuen Garten. Wir konnten das Fachwerkhaus im Stil englischer Landsitze zwar nur von außen sehen, aber unser Stadtführer ließ sehr plastisch die Geschichte nach dem II. Weltkrieg wieder aufleben, die hier mit dem Potsdamer Abkommen 1945 ihren Abschluss fand. Die Führung endete am Bassinplatz an der St. Peter- und Paul-Kirche am Beginn der Brandenburger Straße. Die zwei Stunden Freizeit nutzten die meisten zu einem Bummel durch die Fußgängerzone bis zum Brandenburger Tor. Die Potsdamer sind sehr stolz auf dieses Tor, zumal es 20 Jahre älter als das Berliner Brandenburger Tor ist. Am Abend trafen wir uns in einem abgeteilten Raum zum Abschlussabend. Herr Köfer hatte eine kleine Liedersammlung zusammengestellt, aus der wir einige Lieder sangen. Herr Steenbuck präsentierte per Laptop und Beamer eine Bilderauswahl der vergangenen Tage. Zwischen den Liedern trugen einige Teilnehmer Gedichte oder Geschichten auf Platt vor.

Fünfter Tag, Dienstag, 13. September 2011, Heimreise
Ehe wir Brandenburg verlassen, fahren wir zum Gut Hesterberg in Neuruppin-Lichtenberg. Das Haupthaus, auf das man auf einer neu gepflanzten Allee zufährt, erinnern an Häuser in der Toskana. Auf einem Rundgang erzählte uns Frau Hesterberg ausführlich, wie sie und ihr inzwischen verstorbener Mann den Gutshof aufgebaut haben. Sie kamen nach der Wende mit einer Herde Galloway-Rinder in das damals platte Land. Inzwischen gehören noch Rotwild, Schweine, Gänse und Hühner dazu. Schlachtung, Fleisch- und Wurstherstellung finden auf dem Gutshof statt; der Verkauf geht in Berliner Filialen und im Hofladen vonstatten. Inzwischen sind auch Sohn und Tochter nach passendem Studium mit eingestiegen. Das Konzept, Lebensmittel aus artgerechter Haltung zu liefern, funktioniert.


Galloway-Rinder auf Gut Hesterberg

Wir prüften die Qualität bei einem leckeren Spanferkelessen und später zu Hause an den eingekauften Eiern und Wurstwaren. Dann ging es in zügiger Fahrt nach Hause. Um ca. 17.30 Uhr waren wir wieder in Bad Segeberg.

ELFRIEDE THIERBACH
Fotos: Ernst Steenbuck

2011: Ausflug zur Landesgartenschau

Unser Ausflug am 5. Juli 2011 führte nach Norderstedt in die frische Park- und Gartenlandschaft der Landesgartenschau. Wir hatten dort ausgiebig Gelegenheit, das weite, 72 ha umfassende Seepark-, Waldpark- und Feldparkgebiet zu durchwandern. Die rund 10 km lange Wegstrecke zwischen der Seefläche, den Hügeln, den Wiesen sowie den Baum- und Buschflächen, vor allem aber zahlreichen bunt leuchtenden Blumen- und Staudenbeeten bietet eine farbenprächtige Landschaftsvielfalt. Alter Baum- und Buschbestand ist durch große Neuanpflanzungen ergänzt, und die Freiflächen sind mit vielen individuellen Blumen-Themenfeldern gärtnerisch kreativ gestaltet worden. Für einen ersten Eindruck von der Gesamtschau nutzten einige Teilnehmer eine Fahrt mit dem Elfen-Express, der Landesgartenschau-Bahn, andere besuchten auch die in einer Halle des Schaugeländes stattfindende Ausstellung mit Werken des österreichischen Künstlers Friedrich Hundertwasser. Wir erlebten in Norderstedt einen schönen Tag mit reichlich Natur und sehenswerter Kunst.

Blumenfeld im Feldpark

Text: Klaus Stegemann

2011: Unter Reetdächern, in alten Straßen, in frischer Park- und Gartenlandschaft

Am 28. Mai 2011 begannen wir unsere diesjährigen Ausfahrten. Die erste Tagestour führte uns über die Elbe hinaus in die Harburger Berge und dort in das Freilichtmuseum Kiekeberg. In den Vormittagsstunden spazierten wir durch das mit zahlreichen reetgedeckten Bauernhäusern, da-zugehörenden Nebengebäuden, Tagelöhnerkaten und Werkstätten besetzte sowie mit land-wirtschaftlichen Flächen und Gärten durchzogene Museumsdorf. Bauen und Wohnen, Landwirtschaft und Landtechnik, Handwerk und Gewerbe, Nahrung und Genussmittel, Spielen und Spielzeug sind die Schwerpunkte der Museumsarbeit. Das alles zeigt sich deutlich in den alten Gebäuden mit interessanten Ausstattungen und im Freiland. Manch einem fiel dabei auch eine Nissenhütte, eine aus Wellblech tunnelartig geformte und nur mit einem “Kanonenofen“ bestückte Notunterkunft aus der II. Weltkriegs- und Nachkriegszeit auf. Diese dünnwandigen, primitiven Unterkünfte dienten damals Ausgebombten und Vertriebenen eine Zeit lang als Wohnungen; heutzutage kaum noch vorstellbar. Man braucht schon seine Zeit zur Erkundung der Siedlung, wenn sie in ihrer Ausdehnung im Vergleich mit dem Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel auch enger begrenzt ist. Unseren eindrucksvollen morgendlichen Aufenthalt beendeten wir mit einem reichlichen und handfesten Mittagessen, einer „Bratkartoffel-Tafel“ im Museumsgasthof “Stoof Mudders Kroog“.


Pringen Hof mit historischem Bauerngarten

Nach anschließender knapp einstündiger Busfahrt erreichten wir gegen 14.15 Uhr das Nachmittagsziel, die alte Salz- und Hansestadt Lüneburg. Auf einem Rundgang wurden wir über alte Straßen durch das schöne Altstadtzentrum mit seinen ehrwürdigen Bürgerhäusern, teils im Fachwerkstil mit kunstvollen Giebeln und in rotem Backstein gehalten, geführt und gelangten dabei zu dem die Stadt durchfließenden Fluss Ilmenau sowie zu dem kleinen Hafenbecken mit dem Kranhaus. In vergangenen Zeiten fand hier das Be- und Entladen der Flussschiffe mit Handelswaren, vor allem mit dem in der Stadt gewonnenen Salz statt. Im Stadtbild ist insbesondere das in der langen Vergangenheit immer wieder erweiterte und insofern nun verwinkelt und verschachtelt wirkende barocke Rathaus bewundernswert, dessen hübsche Fassade im Foto festgehalten ist.


Rathaus Lüneburg

Lüneburg ist mit rd. 62.000 Einwohnern eine lebendige Geschäfts- und Handelsstadt. Die Stadt ist Hauptstadt des Regierungsbezirks Lüneburg, die auch der umliegenden Heide-Landschaft ihren Namen gab. Sie ist Sitz zahlreicher Behörden und Gerichtsinstanzen sowie Universitätsstandort. In der Stadt wurde sehr lange Zeit reichlich Salz abgebaut, wobei es zu Unterhöhlungen des Gebiets kam; diese sind noch heute als Absenkungen in alten Straßen erkennbar. Übrigens gibt es in Lüneburg - wie in unserer Kreisstadt Bad Segeberg - einen Kalkberg. Die folgenden individuellen Spaziergänge wurden noch zum gemütlichen Kaffeeschmaus genutzt. Wir trafen - durch den schönen Sachsenwald gefahren - nach einem erlebnisreichen Tag in den Abendstunden wieder in Bad Segeberg ein.

Klaus Stegemann

2010: In holsteinischen Städten und Gemeinden

Die Tagesausflüge 2010 des Heimatvereins führten in die sehenswürdigen holsteinischen Städte Rendsburg, Büdelsdorf und Eutin sowie in die Gemeinde Bordesholm mit ihren schönen Umgebungen. Am 23. April waren Rendsburg und Büdelsdorf unsere Ziele. Auf der Fahrt dorthin - bei heiterem Himmel und unter weitestgehendem Verzicht auf Autobahnstrecken - konnten wir aus dem Reisebus heraus frische Frühlingslandschaften genießen. Wir erreichten Rendsburg durch den Kanaltunnel, der bei einer Länge von 1.278 m und einer Tiefe von 15 m unter der Wasseroberfläche des Nord-Ostsee-Kanals in die Stadt hineinführt. Auf dem historischen Paradeplatz wurden wir von Stadtführern erwartet, die uns bei einem Rundgang durch den alten Stadtkern der inzwischen über 800 Jahre alten Kreisstadt ausführlich informierten. Der großflächige Paradeplatz ist von alten stattlichen Militär- und Verwaltungsgebäuden umgeben. Die von ihm ausgehenden Straßen erinnern an die einstmalige Dänenherrschaft; sie sind seinerzeit entsprechend der Tischordnung der Kopenhagener Hoftafel geordnet und benannt worden: König-, Königin-, Prinzen-, Prinzessin-, Kronprinz-, Baron-, Grafen- und Ritterstraße. Am Rande des Platzes steht das Denkmal des Vorkämpfers der schleswig-holsteinischen Erhebung (1848) Uwe Jens Lornsen. Die Erhebung war auf die Trennung Schleswig-Holsteins von Dänemark ausgerichtet. In der ehemaligen stark mit Militär besetzten Garnisonsstadt (seit 1665) sind heutzutage Soldaten nicht mehr stationiert. Nach dem Stadt- und Skulpturenpark und vorbeigehend am neuen Rathaus erreichten wir das eindrucksvolle Stadttheater am Jungfernstieg. Auf schmalen Straßen gelangten wir auf den Altstädter Markt mit dem Alten Rathaus aus dem Jahre 1566. Das fachwerkliche backsteinerne Amtsgebäude ist im Laufe der Jahrhunderte in fast allen Teilen erneuert worden. Die Vorderfront mit den beiden Treppengiebeln ist zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts restauriert worden. Das darin enthaltene Glockenspiel stammt aus neuerer Zeit. Im ersten Stock des Hauses befinden sich die teilweise holzgetäfelten Sitzungsräume der Ratsversammlung und des Senats (ehemals Bürgermeisterzimmer). Diverse Malereien aus dem 18. Jahrhundert mit Rendsburger Stadtansichten und Landschaften schmücken die Räume. Unser Weg führte anschließend noch in die nebenan stehende St. Marienkirche. Sie ist das älteste Bauwerk der Stadt (1287). Im Innern birgt sie eine schöne Kanzel, einen wunderbaren Barock-Altar sowie zahlreiche Gemälde und Kunstwerke aus verschiedenen Jahrhunderten. Zum Mittagessen fanden wir uns in den ‚Brückenterrassen‘ im Kreishafen direkt an der Eisenbahnhochbrücke (dem Wahrzeichen Rendsburgs) ein. Diese Brücke ist eines der bedeutendsten Stahlbauwerke der Welt. 1913 wurde die Brücke mit einer Gesamtlänge von 7,5 km sowie einer Durchfahrtshöhe von 42 in über dem Fahrwasser fertig gestellt. Unter dem Brückenteil über dem Kanal hängt an Drahtseilen eine Schwebefähre, die den Kanal ständig hin und her überquer. Seit 1996 existiert zudem eine Schiffsbegrüßungsanlage, die die vorüberziehenden Schiffe mit ihrer Nationalhymne begrüßt. Wir konnten vorn Rande des Kanals neben Segelbooten erfreulicherweise auch in Richtung Brunsbüttel fahrende, hochbeladene Containerschiffe betrachten. Diese Riesen setzten uns beim Unterqueren der Hochbrücke ins Erstaunen. Mit einer kurzen Anfahrt ging es dann nahtios von Rendsburg nach Büdelsdorf, einer kleinen Stadt mit rd. 10500 Einwohnern. Hier besuchten wir das Eisenkunstgußmuseum, das uns mit seiner Sammlung von Ofenplatten, Etagenöfen, Gebrauchskunst, sakralen Gegenständen, Mobiliar und filigranem Schmuck sehr interessierte und Bewunderung auslöste - eine sehenswerte Schau. Den Abschluss unserer schönen Tour genossen wir bei einer Kaffeetafel im Landgasthof ‚Groß Vollstedt, ein paar Kilometer südlich vor Rendsburg gelegen.

Einer für den 12. Juni früh angesetzten Abfahrzeit verdankten wir die landschaftlich schöne Anfahrt nach Eutin. Über die Orte Gnissau und Ahrensbök durchfuhren wir mit unserem Bus anschließend einen süd-östlichen Teil des Kreises Ostholstein, um dann durch das Kurgebiet Pönitzer See in die Rosenstadt Eutin zu gelangen. Die über 750 Jahre alte Stadt, Kreisstadt Ostholsteins mit ca. 17.000 Einwohnern, gehört zu den bedeutendsten kulturellen Zentren Schleswig- Holsteins. Nicht jedem von uns war bekannt, dass Eutin auch als „Weimar des Nordens“ bezeichnet wird. Um 1800 ließen sich dort zahlreich Philosophen und Maler (z.B. Johann Heinrich Voß, Johann Heinrich Tischbein) sowie Dichter (z.B. Graf Friedrich Leopold zu Stolberg), Theologen und Baumeister nieder). Der Stadt berühmtester Sohn war jedoch der Komponist und Schriftsteller Carl Maria von Weber (1786 in Eutin geboren, 1826 in London gestorben). Seine berühmten Opern „Der Freischütz“ und „Oberon“ werden gelegentlich der jährlich auf der direkt am Großen Eutiner See gelegenen Freilichtbühne immer wieder aufgeführt; dieses Jahr läuft die 60. Spielzeit. Das Altstadtbild, geprägt durch enge Straßen mit Rosenstöcken vor Fachwerk- häusern, wurde uns bei einem geführten Rundgang und während einer kleinen Stadtrundfahrt vermittelt. Unser Weg führte vorbei am Geburtshaus des Carl Maria von Weber, einem heutigen Cafe-Haus, am Herzoglichen Witwen-Palais und den ehemaligen Hofapotheken hinauf in den Wochenmarktbetrieb auf dem Marktplatz. Der Rundgang endete mit der Besichtigung der St. Michaelis-Kirche, Dieser Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert überzeugt durch seine norddeutsche schlichte Schönheit. Das helle Innere beherbergt wertvolle sakrale Gegenstände, wie Leuchter, Taufbecken, Altarbilder, hölzerne und steinerne Grabdenkmäler sowie in der gotischen Kapelle den von einem einstmals ansässigen Hoftischlermeister gefertigten Altar. Farbige, sehr leuchtstarke Bildfenster runden schließlich die Sehenswürdigkeit des kompakten Kirchbaues ab. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Alte Mühle“ wurden wir fachkundig durch das backsteinerne Eutiner Schloss begleitet. Dieser am Beginn eines früheren barocken, um 1790 zu einem englischen Landschaftsgarten umgestalteten Gelände und in unmittelbarer Nähe des Großen Eutiner Sees gelegene Gebäudekomplex ist beeindruckend. Als ehemalige Residenz der Fürstbischöfe von Lübeck und späteres Wohnschloss der Großherzöge von Oldenburg, auch zeitweilig vom dänischen König Christian VI. bewohnt, vermittelt es deutlich einen Eindruck herrschaftlicher Wohnkultur. In renovierten großzügigen Räumen gibt es wertvolle Gemälde, Gobelins, seidene Wandbespannungen, Kachelöfen und Mobiliar früherer Zeiten zu bewundern. Eine erholsame Fahrt mit dem Motorschiff „Freischütz“ auf dem Großen Eutiner See bei Kaffee und Kuchen und mit freiem Blick auf die Fasaneninsel und die Liebesinsel sowie mit Sicht auf breite Uferwiesen, Waldumrandungen und auf verstreute kleine Ansiedlungen beschloss unseren Ausflug in sehr hübsche Landschaften der Holsteinischen Schweiz.

Und am 4. August ging es per Bus zunächst hinaus in die freie Natur. Das zwischen Neumünster und Bordesholm, östlich des Einfelder Sees gelegene Dosenmoor war unser morgendliches Ziel. Unter fachkundiger Führung erwanderten wir auf schmalen ausgetretenen und stellenweise noch nachgiebigen Pfaden eine reizvolle Moorlandschaft. Dieses größte und am besten erhaltene Hochmoor Schleswig-Holsteins ist von einem km-langen Wegenetz durchzogen. Nach der 1977 beendeten Torfgewinnung regeneriert sich das rd. 521 ha große Gebiet, das eine artenreiche Pflanzenwelt aufweist. Wie wir erfuhren, zeigt sich die Tierwelt dort allerdings eher „artenarm“. Nach ca. zweistündigem Aufenthalt im Moor nahmen wir das Mittagessen in dem gemütlichen reetgedeckten Gasthof „Schanze am See“ am Einfelder See ein. Der Nachmittag begann mit der Fahrt nach Bordesholm zum Besuch der schon vor dem Ort weithin sichtbaren gotischen backsteinernen Klosterkirche am Bordesholmer See. Mit ihrem Bau wurde um 1327 begonnen. Ihre jetzige Größe erhielt sie nach zwei Erweiterungen erst um das Jahr 1500. Das seinerzeitige Kloster wurde um 1330 nach dem Umzug des Augustiner Chorherrenstifts von Neumünster gegründet. In der Kirche befinden sich mehrere Grabdenkmäler, Grüfte, das Chorgestühl, Kapellenräume und ein Barockaltar. Der einstmals dort vorhandene „Bordesholmer Altar“ (BrüggemannAltar) wurde schon 1666 in den Schleswiger Dom überführt. Mit einem Kuchen- und Kaffeegenuss im Cafe Seeblick, Mühbrook, beendeten wir eine uns wiederum beeindruckende Ausfahrt. Die „Bildungserlebnisse“ unserer Ausflüge ins Mittel- und Ostholsteinische werden allen Teilnehmern sicherlich in guter Erinnerung bleiben.
(Klaus Stegemann)

2010 - Münster

Westfälischer Friede – Wasserschlösser – Wildpferde
Reise des Heimatvereins nach Münster vom 08. bis 12. Sept. 2010

1. Tag:
Um 6.30 Uhr verlässt unser Bus den Hof Mietrach. Am ZOB in Bad Segeberg und in Sievershütten steigen noch einige Fahrgäste ein. Danach kann Klaus Stegemann alle 46 Teilnehmer der Reise begrüßen. Unterwegs gibt es ein schönes Frühstücksbuffet. So kommen wir gut gestärkt in Osnabrück an. Wir haben drei Stunden Zeit, uns einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Zuerst lockt der spätromanische Dom, dann folgt die Marienkirche, eine gotische, heute evangelische Hallenkirche.

Foto: Rathaus Osnabrück

Das Rathaus mit dem Friedenssaal, wo 1648 der Westfälische Friede verkündet wurde, ist natürlich unser wichtigstes Ziel und eine gute Einstimmung auf Münster. Es reicht noch zu einem kleinen Spaziergang zu den Resten der ehemaligen Stadtmauer, dann ist die Zeit vorbei. Pünktlich geht es auf die letzten 50 km nach Münster. Vor dem Abendessen haben wir noch ausreichend Zeit, uns zu erholen und die Zimmer im Hotel zu beziehen.

2. Tag:
Für den Aufenthalt in Münster haben wir einen sehr kompetenten Stadtführer, der unsere Unternehmungen begleitet. Zuerst lernen wir auf einem kurzen Altstadt-Rundgang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen, wie Prinzipalmarkt, Rathaus, Lambertkirche und Dom von außen, dann folgt eine Stadtrundfahrt um die Altstadt herum. Wir erfahren viel Interessantes über Bauten, Einrichtungen und Persönlichkeiten, die in Münster gelebt und gewirkt haben. Am Nachmittag können wir privat die Eindrücke vertiefen und einige Gebäude von innen ansehen. Im Dom, in der Lambertkirche und im Friedenssaal des Rathauses trifft man viele Teilnehmer wieder. Im Friedenssaal gibt es sogar eine akustische Führung, die uns mit der 2. Stadt des Westfälischen Friedens bekannt macht.

3. Tag:
Der heutige Tag ist den Wasserburgen gewidmet. Das Münsterland ist bekannt für seine über 100 Wasserschlösser. Wir haben drei sehr schöne Beispiele ausgewählt.


Foto: Burg Vischering

Wir fahren zuerst nach Lüdinghausen zur Burg Vischering, die wohl meistfotografierte Burg des Landes. An ihr kann man das mittelalterliche System der Wall- und Grabenanlagen sehr gut erkennen. Die Hauptburg ist mit der Vorburg-Insel durch einen Holzsteg verbunden. Wir umrunden die Burg auf einem Ringwall, der früher noch von einem breiten Graben umgeben war.








Foto: Schloss Nordkirchen

Nach einer Stärkung im gemütlichen Cafe´ Indigo bringt uns der Bus zum Schloss Nordkirchen, eine offene dreiflügelige Anlage aus der Barockzeit, an der der berühmte westfälische Baumeister Johann Conrad Schlaun mitgewirkt hat. Während Vischering noch eine Wehrburg war, diente Nordkirchen der Repräsentation. Die Anlage wurde als drittes Schloss (nach Ahaus und Sassenberg) für den Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg gebaut. Er selbst hat die Vollendung nicht mehr erlebt. Modell für den Bau war das Schloss Versailles in Frankreich, und so nennt man Nordkirchen auch „Klein -Versailles“ oder das „westfälische Versailles“. Es macht einen prächtigen Eindruck, sowohl von außen als auch von innen. Der Blick von oben auf den Barockgarten ist einmalig. Die ganze Anlage ist heute im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.


Foto: Schloss Westerwinkel

Von hier geht es weiter zum Schloss Westerwinkel, das zeitlich zwischen die anderen einzuordnen ist. Es ist eine geschlossene, vierflügelige Anlage, die von außen sehr wuchtig wirkt. Das Schloss ist im Besitz der Familie der Grafen von Merveldt und wird gelegentlich privat für Jagdgesellschaften genutzt. Die Inneneinrichtung ist sehr gemütlich. Nach Besichtigung dieser drei Schlösser sind alle ziemlich geschafft und dankbar für einen Kaffee am Bus.

4. Tag:
Gestern haben wir den Regenschirm schon nicht mehr gebraucht, heute scheint endlich die Sonne. Am Vormittag wollen wir uns mit Annette von Droste-Hülshoff beschäftigen und fahren zuerst zum Wasserschloss Hülshoff, wo sie am 10. Jan. 1797 geboren wurde und fast 30 Jahre ihres Lebens verbracht hat.

Foto: Schloss Hülshoff

Das zweiflügelige Herrenhaus von 1545 steht mitten im Wasser, umgeben von einem sehr gepflegten Park. Das Innere ist heute Museum, in dem man den Lebensstil von Annette und ihrer Familie nachempfinden kann. Nach dem Tod ihres Vaters übernahm ihr Bruder das Haus. Annette zog mit Mutter und Schwester nach Haus Rüschhaus, unser nächstes Ziel.










Foto: Haus Rüschhaus
Das Haus hat J.C. Schlaun 1745/48 für sich und seine Familie erbaut. Als Wohnsitz der Dichterin ist es berühmt geworden. Von vorn wirkt es wie ein westfälisches Bauernhaus (mit Platz für den Misthaufen), auf der Rückseite wie ein kleines Schloss mit Barockgarten. Im Erdgeschoss sind Küche, Stallungen, Wohnräume für Knechte und Mägde, im Obergeschoss gibt es einen Wohnraum mit verstecktem Wandaltar sowie Annettes Schlaf- und Arbeitszimmer. Von hier fahren wir nach Dülmen zur sog. Wildpferdebahn. Auf dem knapp vier Quadratkilometer großen Gelände des Merfelder Bruches leben 380 Wildpferde, und zwar Stuten mit Fohlen. Die Hengste werden im Mai herausgefangen und verkauft. Man findet hier uralte Pferderassen, wie Tarpan, Konik und das Przewalski-Pferd, die z.T. aus Rückzüchtungen stammen. Es ist dank des sonnigen Wetters sehr schön, die Herde zu beobachten, bis wir die Rückfahrt nach Münster antreten.

5. Tag:
Herr Baale, unser Fahrer, hat am Bus das Schild „nach Hause“ angebracht. Wir fahren über die deutsche Fachwerkstraße und später die Märchenstraße bis nach Verden an der Aller.

Foto: Dom in Verden
Hier machen wir eine längere Pause, die für Dombesichtigung, Altstadt-Rundgang und Mittagessen reicht. Dann geht es zügig in Richtung Autobahn; um 17.30 Uhr sind wir wieder in Bad Segeberg. Eine schöne Reise ist zu Ende.









Unsere Reisegruppe
Text: Elfriede Thierbach, Quellen der Fotos: Objektfotos aus www.wikipedia.org, Gruppenfoto von Hans Rahlf